# Was kann ich tun, wenn mein Chef mich wegen meiner Freundin ständig blöd anmacht?

- Jurisdiction: Austria
- Practice area: Arbeitsrecht
- Published: 2026-10-31
- Last updated: 2026-10-31
- Canonical: https://lawasked.com/at/employment-law/kann-ich-tun-wenn-mein-chef-mich-wegen-by5d

## Question

Ich arbeite seit etwa zwei Jahren in einer Firma in Wien und eigentlich passt alles. Aber seit ca. drei Monaten gibt es ein massives Problem. Mein Chef macht ständig anzügliche Bemerkungen über meine Freundin, die dort als Kundin arbeitet. Er sagt Dinge wie 'Deine Kleine ist ja echt ein Schmuckstück' oder macht Kommentare über ihr Aussehen, wenn sie den Raum betritt. Das Ganze passiert oft vor versammelter Mannschaft in der Kaffeeküche oder während der Meetings. Letzte Woche ist es dann richtig weit gegangen, als er mich vor allen Kollegen gefragt hat, ob ich zu Hause 'besonders viel Spaß' habe, weil sie so gut aussieht. Ich habe ihn schon zweimal direkt darauf angesprochen und gesagt, dass ich das unangebracht finde und er das lassen soll, aber er lacht es nur weg und sagt, ich sei zu empfindlich. Das Ganze belastet mich mittlerweile so sehr, dass ich morgens kaum noch motiviert bin zur Arbeit zu gehen. Ich weiß nicht, ob ich das schon offiziell melden kann oder ob das rechtlich überhaupt als Belästigung zählt, wenn er mich eigentlich nur wegen meiner Beziehung zu ihr so blöd von der Seite anmacht. Was sind meine Möglichkeiten in Österreich?

## Summary

Ja, das Verhalten Ihres Chefs kann rechtlich als Belästigung gelten. Da die Kommentare auf das Geschlecht Ihrer Freundin abzielen und Sie aufgrund Ihrer Beziehung zu ihr betroffen sind, greift hier das Gleichbehandlungsgesetz.

## Analysis

In Ihrem Fall liegt der Verdacht einer Belästigung vor. Das österreichische Gleichbehandlungsgesetz schützt Sie davor, aufgrund Ihres Naheverhältnisses zu einer anderen Person benachteiligt oder schikaniert zu werden. 

Das Gesetz besagt, dass "Eine Diskriminierung liegt auch vor, wenn eine Person auf Grund ihres Naheverhältnisses zu einer Person wegen deren Geschlechts ... belästigt oder sexuell belästigt wird" [1]. Das bedeutet, dass Sie nicht nur dann geschützt sind, wenn Sie selbst direkt angegriffen werden, sondern auch, wenn Ihr Chef Sie wegen Ihrer Beziehung zu Ihrer Freundin (Ihrem Naheverhältnis) schikaniert [1]. 

Die Kommentare Ihres Chefs, wie etwa die Frage nach dem "Spaß zu Hause" oder die Bezeichnung Ihrer Freundin als "Schmuckstück", fallen unter den Begriff der Belästigung. Das Gesetz spricht hier von "Unerwünschte, unangebrachte oder anstößige Verhaltensweisen" [1]. Das bedeutet, dass das Verhalten nicht von Ihnen gewünscht ist und die Grenze des Angemessenen überschreitet. Da diese Aussagen im Zusammenhang mit der sexuellen Sphäre oder dem Geschlecht Ihrer Partnerin stehen, ist die rechtliche Grundlage gegeben [1]. 

Es ist wichtig zu verstehen, dass eine Diskriminierung bereits vorliegt, wenn das Verhalten eine "Diskriminierung ... bewirken" [1] kann. Da Sie bereits zweimal deutlich gemacht haben, dass dies unangebracht ist, und der Chef es dennoch fortsetzt, ist die Unangemessenheit des Verhaltens klar dokumentiert. 

Ob die rechtlichen Konsequenzen gegen Ihren Chef ausreichen, hängt davon ab, wie das Unternehmen intern auf solche Vorfälle reagiert. Bitte beachten Sie, dass zusätzlich zu diesen Bundesgesetzen auch betriebliche Richtlinien oder arbeitsrechtliche Bestimmungen Ihres Unternehmens relevant sein können.

## Statutory citations

- Gleichbehandlungsgesetz, Gleichbehandlungsgesetz § 35 - Belästigung und sexuelle Belästigung [in force] (https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=20003395)
  > Unerwünschte, unangebrachte oder anstößige Verhaltensweisen, die im Zusammenhang mit einem der Gründe nach § 31 oder der sexuellen Sphäre stehen, und bezwecken oder bewirken,
- Gleichbehandlungsgesetz, Gleichbehandlungsgesetz § 35 - Belästigung und sexuelle Belästigung [in force] (https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=20003395)
  > Eine Diskriminierung liegt auch vor, wenn eine Person auf Grund ihres Naheverhältnisses zu einer Person wegen deren Geschlechts ... belästigt oder sexuell belästigt wird.

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